Wartungsarbeiten an Aktivbelueftung des Bestrahlungsschutz
Wer eine Davis Vantage Pro2 Plus mit aktiv belüftetem Strahlungsschutz (FARS – Fan Aspirated Radiation Shield) betreibt, kennt das kleine Solarpanel, das die Lüftereinheit mit Strom versorgt. Bei meiner Station handelt es sich um die 24-Stunden-Variante mit Akkupufferung, bei der das Solarpanel tagsüber die Akkus lädt, damit der Lüfter auch nachts weiterläuft. Genau dieses Solarpanel hat bei mir den Dienst quittiert – die Belüftung stand still, und ohne aktive Durchströmung leidet die Genauigkeit der Temperaturmessung spürbar, besonders bei Sonneneinstrahlung und Windstille.
Die naheliegende Lösung wäre der Kauf eines originalen Davis-Ersatzteils gewesen. Da das Solarpanel bei diesem Bausatz jedoch nicht einzeln erhältlich ist, sondern nur im Zusammenhang mit dem kompletten Bestrahlungsschutzschild-Kit, wäre das mit spürbaren Kosten verbunden gewesen. Das erschien mir für den Austausch eines einzelnen Bauteils unverhältnismäßig, und ich wollte testen, ob sich eine gleichwertige Lösung auch günstiger und mit frei erhältlichen Komponenten umsetzen lässt. Wichtig vorab: Es geht mir hier nicht darum, das Originalteil oder Davis schlechtzureden – die Station läuft seit Jahren zuverlässig. Ich möchte lediglich zeigen, dass es für alte Hasen und bastelfreudige Wetterstation-Betreiber Alternativen gibt.
Die Ausgangslage
Die Aktivbelüftung benötigt eine stabile Gleichspannung für den kleinen Lüftermotor. Im Original übernimmt das ein Solarpanel, das über eine Kontaktplatine die Akkus lädt und so den Betrieb auch außerhalb der Sonnenstunden sicherstellt. Nach dem Defekt musste also eine neue, aber kompatible Stromversorgung her.
Die Alternativlösung – Teileliste
Anstelle des Original-Ersatzteils habe ich auf folgende, frei am Markt erhältliche Komponenten gesetzt:
| Teil | Beschreibung | Menge | Preis/Stk. | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| SON-IP661 | Sonoff IP66 Gehäuse für Smart-Switch-Serie | 1 | 4,30 € | 4,30 € |
| SOL-6V5W | Solarpanel, 6 V / 5 W, mit 3,5×1,35-mm-Hohlstecker | 1 | 11,50 € | 11,50 € |
| REGU5A | Step-Down-Netzteilmodul 4–38 V → 1,25–36 V / 5 A, mit Schraubklemmen | 1 | 4,80 € | 4,80 € |
| Varta C Akku (2er-Pack) | Wiederaufladbare C-Zellen-Akkus, Hornbach | 1 (2 Stk.) | 8,99 € | 8,99 € |
Gesamtkosten: 29,59 € – ein Bruchteil dessen, was ein Original-Ersatzteil gekostet hätte.
Ein Hinweis zu den Akkus: Die Varta-C-Zellen aus dem Baumarkt sind eine praktische und günstige Alternative, liegen in ihrer Kapazität aber unter den Original-Akkus von Davis. In der Praxis bedeutet das eine etwas geringere Pufferzeit bei wenig Sonne – für den Normalbetrieb reicht das bei mir bislang gut aus, wer die Station an einem besonders schattigen Standort betreibt, sollte das aber im Hinterkopf behalten.
Funktionsweise
Das 6-V-Solarpanel liefert die Eingangsspannung über den Hohlstecker in das wetterfeste IP66-Gehäuse. Dort sitzt das Step-Down-Modul, das die schwankende Solarspannung sauber auf das benötigte Spannungsniveau herunterregelt und über die Schraubklemmen an die beiden Varta-C-Akkus sowie die Motorleitung weitergibt. Die Akkus übernehmen dabei weiterhin die Pufferfunktion, damit der Lüfter wie im Original auch außerhalb der direkten Sonneneinstrahlung läuft. Das IP66-Gehäuse sorgt dafür, dass die Elektronik dauerhaft im Freien vor Feuchtigkeit und Staub geschützt ist – eine Grundvoraussetzung, wenn die Komponenten wetterseitig direkt neben dem Strahlungsschutz montiert werden.
Damit lässt sich mit wenigen, günstigen Bauteilen eine robuste und witterungsbeständige Ersatzlösung realisieren, die die Aktivbelüftung zuverlässig mit Strom versorgt.
Fazit
Für alle, die vor einem ähnlichen Defekt stehen oder einfach experimentierfreudig sind: Eine funktionsfähige Alternative zum Original-Solarpanel lässt sich mit Standardkomponenten deutlich günstiger umsetzen. Der Umbau erfordert etwas Grundwissen in Elektronik und sauberes Arbeiten beim Verkabeln, ist aber mit überschaubarem Aufwand machbar.
Hinweis: Ich befinde mich aktuell noch in der Testphase dieser Lösung und kann daher noch keine Aussage zur Langzeit-Zuverlässigkeit treffen – ob die Komponenten auch über Monate oder Jahre zuverlässig durchhalten, muss sich erst noch zeigen. Ich werde an dieser Stelle berichten, sollte es Neuigkeiten dazu geben.
Zudem gilt: Bei einem solchen Umbau können sowohl Bauteile der Wetterstation als auch die zugekauften Elektronikkomponenten beschädigt werden, etwa durch falsche Verkabelung, Verpolung oder eine nicht passende Spannungseinstellung am Step-Down-Modul. Wer sich an einem solchen Umbau versucht, sollte über entsprechende Grundkenntnisse in Elektronik verfügen und genau wissen, was er tut – im Zweifel lieber jemanden mit Erfahrung hinzuziehen oder den Umbau vorher prüfen lassen. Dieser Beitrag beschreibt lediglich, wie ich das Problem bei mir gelöst habe und wie es bei mir funktioniert. Eine Garantie oder Haftung für Nachbauten und deren Ergebnis kann ich nicht übernehmen – Umbau und Nutzung erfolgen auf eigene Verantwortung und eigenes Risiko.
