Historisches Niedrigwasser am Rhein

Der Rhein erlebt aktuell eines der schwersten Niedrigwasser Rhein der jüngeren Messgeschichte. Anfang August 2026 durchlebt der Fluss eine extreme Trockenphase: An mehreren zentralen Pegeln zwischen Karlsruhe und der niederländischen Grenze wurden Tiefststände erreicht, die deutlich unter den bisherigen Rekordwerten aus 2018 und 2022 liegen

Besonders drastisch zeigt sich das am Pegel Kaub, einer der wichtigsten Messstellen für die Rheinschifffahrt: Dort fiel der Wasserstand von rund 24 Zentimetern am 3. August auf nur noch 19 Zentimeter – zwei Wochen zuvor hatte er noch bei über 50 Zentimetern gelegen. Auch in Köln (60 cm am 7. August), Duisburg-Ruhrort (149 cm) und Mannheim wurden neue Rekordtiefs gemessen. In Worms, näher an unserer Region, rutschte der Pegel sogar in den negativen Bereich, in Bingen fehlten zuletzt nur wenige Zentimeter bis zum historischen Tiefstwert von 1985. Grund sind die sehr niederschlagsarmen Monate Juni und Juli in Kombination mit anhaltender Hitze. Auch die Zwei-Wochen-Prognose bringt kaum Entspannung, stattdessen zeichnet sich eine neue Hitzewelle ab.

Rheinpegel 2026 von Januar bis August 2026

Für die Binnenschifffahrt hat das Niedrigwasser mittlerweile spürbare Folgen: Frachtschiffe können nur noch einen Bruchteil ihrer normalen Ladung transportieren, was Transporte für Industrie und Logistik entlang des Rheins deutlich verteuert. Als Nebeneffekt kommen im freigelegten Flussbett immer wieder diverse Gegenstände zum Vorschein – beispielsweise E-Scooter oder alte Fahrräder.

Auffällig ist die Häufung solcher Rekordwerte in den vergangenen Jahren – 2018, 2022 und nun 2026 brachten jeweils außergewöhnlich niedrige Pegelstände. Ich werde die Entwicklung des Pegels in der Region weiter beobachten und in den kommenden Wochen/Monaten noch mal dokumentieren.

Wichtig zu wissen: Ein Pegelstand ist ein relativer Wert an einem festen Bezugspunkt – er sagt nichts über die absolute Wassertiefe oder die nutzbare Fahrrinne aus. Ein Wert von null oder leicht negativ bedeutet also nicht, dass der Fluss trockenfällt.

Quellen: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (PEGELONLINE), Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein (WSA), Elektronischer Wasserstraßen-Informationsservice (ELWIS)